Über Zen

Normalerweise träumen wir, wir sind in unseren Gedanken in der Vergangenheit und in der Zukunft. Wie in einem Schlafwagen mit heruntergezogenen Jalousien fahren wir durch das Leben.
Aufwachen, die Jalousien hochziehen und das Leben in seinem wahren Sein bewusst zu erfahren – das lehrt Zen.
Zazen, das Sitzen in der Stille, ist die zentrale Übung des Zen. Dieses bewegungslose Sitzen verleiht uns Kraft, das Leben mit seinen Gegensätzen anzunehmen, sodass es sich nicht widerspricht und wir ihm zustimmen können.
Wir halten still, werden ruhig und nehmen wahr. Wahrnehmen, sich des Seins bewusst und gewahr werden, beschreibt Zen mit den Worten: die Dinge mit dem Herzgeist betrachten.

Doris Zölls
Zen-Meisterin der Linie "Leere Wolke"

Zen ist eine gegenstandslose Form der Meditation, die aus der Begegnung des Buddhismus mit dem Daoismus im sechsten Jahrhundert in China entstand. Es ist die Praxis des Gewahrseins dessen, was sich in diesem Augenblick und an diesem Ort vollzieht.

Aus diesem Gewahrsein gewinnen wir Einsichten über die Beschaffenheit der Wirklichkeit, über unser wahres Wesen. Zen ist das Eins-Sein mit dem was ist.
Im Verlauf der Jahrhunderte ist Zen über China, Korea und Japan gewandert und hat sich im asiatischen Raum verbreitet.

Im zwanzigsten Jahrhundert fand es dann den Weg in den Westen, nach Nordamerika und Europa.
"Eine Übermittlung außerhalb jeglicher Doktrin, die sich weder auf Worte noch auf Schriften stützt. Ein direktes Hinweisen auf des Menschen Herz: Wer sein eigenes Wesen schaut, ist ein Erwachter."

Huineng

"Eine Übermittlung außerhalb jeglicher Doktrin, die sich weder auf Worte noch auf Schriften stützt. Ein direktes Hinweisen auf des Menschen Herz: Wer sein eigenes Wesen schaut, ist ein Erwachter."

Huineng

Bendowa

Das Zazen auch nur eines einzigen Menschen
in einem einzigen Augenblick
stellt unsichtbare Harmonie mit allen Dingen her
und hallt wider durch alle Zeit.
So trägt dieses Zazen die Wahrheit
in Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart
dieses grenzenlosen Universums endlos weiter.
Jeder Augenblick Zazen ist gleichermaßen
Ganzheit der Übung,
Ganzheit der Verwirklichung.
Dies ist nicht nur Üben im Sitzen,
sondern ein Hammer, der die Leere anschlägt –
vorher und nachher klingt sein feiner Klang überall hin.
Wie kann es auf diesen Augenblick beschränkt sein …
Sitze hingabevoll in Zazen,
lass alle Dinge los.
Dann wirst du über die Grenzen von Verblendung
und Erleuchtung hinausgehen,
und abseits der Pfade des Gewöhnlichen und Heiligen
wirst du dich augenblicklich frei bewegen können,
außerhalb des gewöhnlichen Denkens,
bereichert von großer Weisheit.
Wenn du dies tust, wie können dann jene, die sich mit der Fischreuse
oder dem Jagdnetz der Worte und Buchstaben abgeben,
mit dir verglichen werden!

Dogen Zenji 1200 - 1253
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Meditation und Achtsamkeit
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